Du bist an dem Punkt, wo Du mit Deinen Werken sehr zufrieden bist und von Deinem Umfeld und/oder den sozialen Netzwerken positve Rückmeldungen zu Deinen Bildern bekommst? Dir stellt sich die Frage, wie sich daraus mehr machen lässt? Dieses „mehr“ kann sehr unterschiedlich aussehen, aber über kurz oder lang bedeutet es doch in der Regel, dass man mit der Fotografie etwas verdienen möchte. So geht es zumindest mir…
Nun könnte man eigentlich wild drauf loslegen und schauen was dabei rauskommt. Aus meiner Sicht ist es jedoch sinnvoller, sich erst einmal ein paar Gedanken darüber zu machen – genau das möchte ich hier in diesem Artikel tun. Eine allgemeingültige Vorgehensweise gibt es meiner Meinung nach nicht, keinen Königsweg der definitiv immer zum Ziel führt.
Erwähnen möchte ich auch, dass es sich hierbei nicht um einen Rückblick handelt. Ich schreibe hier also nicht über meinen Weg der funktioniert hat, sondern über den Prozess in dem ich mich aktuell befinde. Aber nun genug der Vorworte…
Wie nun also kann man ein solches Vorhaben angehen? Bevor es Antworten geben kann, muss es Fragen geben!
- Was möchte ich mit dem Verkauf erreichen – was ist meine Vision?
- Was ist das geeignete Format für meine Fotografie?
- Bin ich bereit dazu meine jetzigen Vorlieben in Bezug auf die Motive bzw. das Genre zu verändern?
Diese Fragen habe ich mir gestellt und sie für mich beantwortet. Diese Antworten sind natürlich sehr individuell und führen dann letztendlich auch zu verschiedenen Herangehensweisen. An der Stelle ist es mir also nicht möglich, Dir zu sagen, wie Du Dein Ziel erreichen kannst, aber vermutlich können Dich meine Gedankengänge inspirieren und Dir so auf Deinem Weg helfen.
Kommen wir nun also zu meinen Antworten auf diese drei Fragen:
1. Die Vision und meine Ziele bzw. weshalb ich gern Geld mit Fotografie verdienen möchte und wo meine Grenzen sind?
Im allerersten Schritt gilt es, eine Vision festzuhalten. Die Vision meint hier ein langfristiges Zukunftsbild und ist deutlich abstrakter als ein konkretes Ziel. Ohne eine Vision ist es sehr viel schwerer die eigentlichen Ziele zu definieren, ohne das große Ganze bzw. den Fokus aus den Augen zu verlieren. Was bewegt mich nun also, eine solche Vision zu entwickeln?
Eine gute Kameraausrüstung ist bei der Anschaffung recht kostspielig. Wir haben uns zwar über die Jahre ein gewisses Equipment zugelegt, aber dennoch gibt es immer noch Wünsche, die bislang warten mussten. Daher wäre es schön, mit der Fotografie noch etwas Geld dazu zu verdienen, welches in weitere Ausrüstung fließen kann.
Empfehlenswert an dieser Stelle ist es, sich auch über die Abgrenzung dieser Vision Gedanken zu machen: Was ich zum Beispiel nicht möchte, ist mein Hauptberuf aufzugeben. Dieser stellt für mich eine solide und zuverlässige Lebensgrundlage da, die in Hinblick auf die Mitversorgung meiner Familie mir sehr wichtig ist. Mir geht es also (derzeit) nicht darum, mit der Fotografie mein Grundeinkommen abzusichern. Auch habe ich nicht den Anspruch, mit der Fotografie die Finanzierung meines Alltags aufzustocken oder meine bereits getätigten Ausgaben zu refinanzieren.
Letztendlich steckt in mir also der Wunsch, meine Fotografie mit entsprechenden Werkzeugen noch kreativer gestalten zu können, Werkzeuge die momentan nicht in meinem Budget sind. Somit ist dieses Thema für mich relativ entspannt, was nicht bedeutet, dass ich keine Mühen investieren möchte – eher, dass es praktisch kein Risiko für mich gibt.
Die entstandene Vision sollte idealerweise schriftlich festgehalten werden, gemäß dem Motto „Schriftlichkeit schafft Verbindlichkeit“ – auch wenn die Verbindlichkeit nur mit einem selbst geschaffen werden soll. Ich bin, was das betrifft, etwas altmodisch und bevorzuge Papier und Stift – aber das kann jeder halten wie er will…

Hätten wir nun eine nette Fee zur Freundin, wären wir an dieser Stelle wahrscheinlich schon fertig. Da mir aber bislang noch keine begegnet ist, sollten wir uns lieber mit dem/den strategischem/en Ziel/en beschäftigen. Gemeint sind dabei noch keine Ziele, von denen wir konkrete Handlungen ableiten können. Im Grunde genommen geht es eher darum die Vision genauer zu beschreiben.
Für meinen Teil habe ich erst einmal nur ein stratigisches Ziel formuliert. Hier können durchaus aber mehrere in Frage kommen, übertreiben sollte man es jedoch nicht.

2. Wie kann ich mit meiner Art der Fotografie Geld verdienen?
In dieser Frage verstecken sich zwei Fragen, mit denen man sich beschäftigen sollte, bevor man versucht die eigentliche Frage zu beantworten. Die erste versteckte Frage ist, wie kann man überhaupt Geld mit der Fotografie verdienen? Auf den ersten Blick scheint die Frage simpel – durch den Verkauf von Bildern. Aber dahinter stecken soviele Möglichkeiten. Hier ist ein wenig Recherche angebracht, die ich Dir an dieser Stelle nicht abnehmen möchte, da es den Artikel sprengen würde. Es gibt aber genug Fotografen die im Internet über ihre Einkommenswege berichten, so dass man schnell fündig wird.
Im zweiten Schritt gilt es zu überlegen, was meine „Art der Fotografie“ eigentlich ist. Hier kann ich jetzt natürlich nur für mich antworten, es hat schließlich jeder seine eigenen Steckenpferde. Gut, fangen wir mal an: Es gibt zwei Bereiche in denen ich mich bislang besonders wieder finde – die Landschaftsfotografie und die Makrofotografie (zwar hauptsächlich im Bereich Natur, jedoch nicht darauf beschränkt).
Denkt man über diese Art der Fotografie nach, kommt man vermutlich relativ schnell zu National Geographics und ähnlichen Magazinen. Sicherlich gibt es noch Fotografen, die damit ein gutes Einkommen erzielen können, das sind aber sicherlich nicht viele. Das soll nicht bedeuten, dass es unmöglich ist, dort Fuß zu fassen, aber einfach ist es mit Sicherheit auch nicht.
Wo sonst ist also noch ein Markt dafür? Solche Motive findet man auf jeden Fall in Kalendern oder auf Bildern in Hotels oder Arztpraxen. Aber wie gelangen die dort hin?
Grundsätzlich kommen hier Fine Art und die Stockfotografie in Frage. Wobei Stock hier ein deutlich weiteres Feld bietet, da Bilder und Grafiken hier an sehr unterschiedliche Kunden und zu sehr unterschiedlichen Preisen angeboten werden. Wie man mit Fine Art Geld verdienen kann, scheint im Netz kein großes Thema zu sein, hier ist auf jeden Fall eine intensivere Recherche notwendig.
Am unkompliziertesten erscheint mir die Stockfotografie, insbesondere im Microstock-Bereich. Hier sind die Erträge pro Verkauf zwar marginal, aber zum einen kann ich Fotos dort unkompliziert anbieten, die ich ohnehin bereits habe und die ansonsten einfach nur meinen Festplatten herumliegen würden und zum anderen ist es grundsätzlich möglich, über die Masse an Verkäufen eine nicht unerhebliche Mengen an Geld im Monat zu verdienen. Fine Art bleibt für mich aber weiterhin eine interessante Alternative. Damit werde ich mich definitiv noch intensiver.
Falls Du eher im Bereich Sport-, Event-, Travel-, Street-, Portrait- und/oder Foodfotografie usw. unterwegs bist, kann die Antwort auf diese Frage durchaus anders aussehen. Eine Recherche in Fachmagazinen oder im Internet solltest Du auf alle Fälle angehen!
Darüber hinaus ist es auch möglich indirekt mit der Fotografie Geld zu verdienen, z.B. in Form von Workshop oder über Werbeeinnahmen auf Blogs, Youtube ist für den einen oder anderen vielleicht auch noch nachdenkswert. Für mich spielt es jedoch vorerst keine Rolle.
3. Bin ich bereit dazu, meine Fotografie der Vermarktung anzupassen?
Ich denke, man sollte diese Frage nicht mit „sich dafür zu verbiegen“ gleichsetzen. Ich denke, wenn jemand mit vollem Herzensblut an der Sportfotografie hängt, sollte jener nicht auf eine eventuell ungebliete Fotografie von Stillleben schwenken, nur weil sich damit besser Geld verdienen lässt. Aber selbst in diesem Fall richtet sich Deine Antwort an Deiner Vision aus.
Mir geht es bei dieser Frage jedoch eher darum, die Motivwahl innerhalb der persönlichen Interessen neuzuorientieren. In meinem Fall ist das sehr einfach, meine Interessen sind sehr vielfältig, am liebsten würde ich gern alles ausprobieren… Die allgemeinen Empfehlungen jedoch die man sowohl im Netz als auch in Magazinen findet, sprechen sich ganz klar eine Spezialisierung in einem, maximal zwei Genre aus. Ich habe das Gefühl, dass ich mich in Bezug darauf noch ganz am Anfang meiner Reise befinde – aber das würde an dieser Stelle zu weit führen.
Meine Antwort auf die eigentliche Frage lautet daher eindeutig: Auf jeden Fall, solange mir die Fotografie auch in diesem Bereich Freude bereitet, denn immerhin soll es mehr ein Hobby bleiben, als ein Job.
Alle Fragen beantwortet und nun?
Hat man für sich diese Fragen beantwortet, ist es an der Zeit, konkrete Ziele abzuleiten. Diese sollten sich an der Vision bzw. den strategischen Zielen orientieren und die Erkenntnisse aus den letzten beiden Fragen berücksichtigen. Da dieser Beitrag sowieso schon extrem lang geworden ist, werde ich das an der Stelle nicht vertiefen. Das wird aber an anderer Stelle mal nachgeholt. Versprochen!
Fazit
Der einfachste und für mich geeigneteste Weg, scheint mir der Microstock-Fotografie zu sein, zumindest als Einstieg. Ich werde dazu die verbleibenden Tage des Jahres 2018 nutzen, hierzu notwendige Vorbereitungen zu treffen – aber dazu folgt ein eigener Beitrag. Ich habe auch vor meine Erfahrungen über das Jahr 2019 hinweg auf diesem Blog zu teilen – so stay tuned.
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